Frankfurt - Erste Roboter in der Stadtverwaltung

18.08.2019

STADTBÜCHEREI Frankfurt - Bei der Stadt sind jetzt Roboter im Einsatz - Erste Roboter in der Stadtverwaltung

Von Anna Blazek, Autorin von Merkurist.de, veröffentlicht am 18.08.2019

Die Frankfurter Stadtbücherei wird künftig durch zwei Roboter unterstützt. Am Montag stellten Bildungsdezernentin Sylvia Weber und IT-Dezernent Jan Schneider die ersten Roboter in der Stadtverwaltung vor. 30.000 Euro hat die Stabsstelle Digitalisierung zur Anschaffung der beiden Roboter beigesteuert.

Eingesetzt werden der humanoide Roboter Nao und der Roboterarm Dobot vorerst in der Stadtbücherei - und das hat einen bestimmten Grund. "Eine Stadtbücherei, zu der jeder Bürger Zugang hat, ist deshalb der ideale Ort, um einen ersten Kontakt mit dem Thema Robotics herzustellen", so Weber. Während Dobot ein lernender Roboterarm ist, mit dem Programmierung und Automatisierung geübt werden können, kann Nao sprechen und gestikulieren.
Dobot und Nao sollen in der Stadtbücherei nicht als klassische Assistenten arbeiten. Sie sollen den Frankfurtern die Möglichkeit geben, sie und ihre Funktionen kennenzulernen. Im Herbst gibt es dann sogar Programmierkurse, bei denen die Teilnehmer lernen können, wie Nao programmiert wird. "Aber auch jeder, der einfach mal einem Roboter die Hand schütteln möchte, ist bei der Stadtbücherei jetzt richtig", so die Stadt.

Ab 2020 sollen auch Kinder und Jugendliche mit pädagogischen Programmen rund um die Roboter abgeholt werden. "Das ist Bildung mit allen Sinnen und ein wichtiger Beitrag zur Förderung einer nachhaltigen Wissensgesellschaft", so Weber. IT-Dezernent Schneider kann sich auch vorstellen, dass sich die Roboter künftig auch an anderen Stellen in der Stadtverwaltung finden könnten. "Das Spektrum denkbarer Einsatzszenarien ist dabei breit: Es reicht zum Beispiel von der Unterstützung bei gärtnerischen Tätigkeiten bis zur Übernahme von Lotsenfunktionen in Ämtern mit Publikumsverkehr", so Schneider. (ts)

Quelle Artikel: https://merkurist.de/frankfurt/stadtbuecherei-bei-der-stadt-sind-jetzt-roboter-im-einsatz_ur2

Quelle Bilder: Anna Blazek

Humanoid in Frankfurt

Ein Roboter führt durch die Stadtbücherei

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Ab 2019 wird "Nao", ein humanoider Roborter, die Besucher in der Stadtbibliothek in Frankfurt begrüßen. Die Stadtbücherei Frankfurt bekommt einen humanoiden Roboter, der Besucher begrüßt, Fragen beantwortet, auf Angebote hinweist. Das sagte Elfriede Ludwig, die Leiterin der Digitalen Dienste bei der Stadtbücherei Frankfurt, bei einer Veranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse.
"Eigentlich soll Nao, ein kleiner humanoider Roboter, den Vortrag halten, aber er ist noch nicht so weit." Kleiner Scherz.
Nao, hergestellt von der französischen Firma Aldebaran Robotics, ist noch nicht einmal geliefert. Es werde wohl bis 2019 dauern, bis der Roboter die Nutzer in der Hasengasse 4 begrüßen wird. Das Projekt wird von der Stadtbücherei gemeinsam mit der Stabsstelle Digitalisierung umgesetzt. Ein Nao kostet laut Hersteller rund 5000 Euro.
Vorbilder seien die Zentralbibliothek in Köln, wo ebenfalls ein Nao herumläuft, oder die Stadtbibliothek Wildau in Brandenburg. Dort empfängt Pepper, der große Bruder von Nao, die Besucher. Wobei Pepper statt der Herstellerbezeichnung einen neuen Namen bekommen hat - und ein neues Geschlecht: Sie heißt Wilma.
Wilma wird vom Fachbereich Telematik der Technischen Hochschule Wildau programmiert. Wilma selbst gestikuliert wie ein Mensch und sagt über sich in einem Youtube-Video: "Ich verstehe mich als Assistenzsystem und helfe den Mitarbeiter*innen der Bibliothek, wo ich kann und ihnen Entlastung bringe. Ich bin ein Lern-und Forschungsroboter. Ich unterstütze zum Beispiel, indem ich kleine Bibliotheksführungen gebe oder Zuhörern zum Entspannen Witze erzähle, mit - vor allem jungem Nachwuchs - Schere-Stein-Papier spiele oder für ein Selfie zur Verfügung stehe."
Dann sagt sie noch mit ihrer Computerstimme: "Ab dem kommenden Wintersemester soll ich helfen, das Fehlen von Fachpersonal in den Morgen- und Abendstunden zu kompensieren." In der Frankfurter Stadtbücherei soll Nao unter anderem bei der Inventur helfen. Auch bei der Pflege spielen Roboter eine Rolle. Vorreiter ist Japan, wo Pflegeroboter im Altenheim helfen. In Dreieich-Sprendlingen wird derzeit im Seniorenzentrum Haus Ulmenhof ein Pflegeroboter getestet.
"Wir wollen das Thema Roboter in der Gesellschaft aufgreifen und kritisch diskutieren", sagte Elfriede Ludwig. So soll es Veranstaltungen geben, bei denen gezeigt werde, was Roboter könnten und was nicht. Außerdem wolle die Stadtbücherei künftig Programmierkurse anbieten, eine Indoor-Navigation bereitstellen, den Internetauftritt erneuern, die Ausleihe per App ermöglichen und den Veranstaltungskalender überarbeiten.
"Die Stadtbücherei wandelt sich. Sie ist schon lange keine reine Ausleihstelle mehr", sagte Elfriede Ludwig - die Stadtbücherei sei vielmehr ein niederschwelliger Ort, um sich zu treffen, Zeitung zu lesen, zu lernen. Bald werden die Besucher von Nao begrüßt - der dann einen eigenen Namen bekommen soll. Möglicherweise einen weiblichen.

Quelle Artikel:

https://www.fr.de/frankfurt/roboter-fuehrt-durch-stadtbuecherei-10949569.html