DIE UNTERWERFUNG

19.05.2019

War das der vielbeschworene Haken dieser, bisher so traumhaften, Zeit mit Daniel?
Geschockt und wütend beendet Martina die Liebesbeziehung und steht vor den Trümmern ihrer rosaroten Zukunftspläne. Wider Erwarten spürend, dass sie unbekanntes, aufregendes Terrain betreten hat, begibt sie sich neugierig, einem unwiderstehlichem Drang folgend, auf die Suche, um Seiten in sich zu entdecken, die ihr bis dahin fremd waren. Neue Freunde und aufwühlende Erfahrungen erwarten sie und am Ende erkennt Martina, dass Liebe nicht alles ist ... aber alles nichts ohne die Liebe.

Leseprobe - Das Buch erscheint als Print und E-Book im Juni 2019

Kapitel 1 Eine ungewöhnliche Begegnung

Martina saß lustlos an der Kasse des Supermarktes, mechanisch die Artikel einscannend und genauso automatisch ihr höfliches "Guten Tag" und "Einen schönen Tag noch" herunter ratternd. Das Wochenende war öde gewesen und der Montag begann mit dem täglichen Einerlei.
Aus einer Laune heraus hatte sie während ihres Pädagogikstudiums angefangen, zu schreiben und unerwartet mit ihrem ersten Erstlingswerk einen Durchbruch erzielt. Der anschließende Erfolg führte zu erheblichen, finanziellen Einnahmen sodass sie gut davon leben konnte. Einmal auf den Geschmack gekommen, verfolgte sie diesen Weg enthusiastisch weiter. Aber der Erlös ebbte langsam ab und floss mehr oder weniger vor sich hin. Denn bisher war es ihr nicht mehr gelungen, einen weiteren Hit zu landen, stellte sie zunehmend unzufrieden fest.
Aber aufgeben war keine Option und so hatte sie zusätzlich einen Job als Kassiererin im nahegelegenen Supermarkt angenommen, den sie dreimal die Woche wahrnahm. Den Rest der Zeit schrieb sie Artikel als freiberufliche Journalistin und arbeitete an ihrem neuen Buch. Auch kannte niemand ihre wahre Identität: Ihre Eltern hatten ihr von Anfang an zu einem Pseudonym geraten. 
An der privaten Front tat sich ebenso wenig. Dabei konnte sie sich sehen lassen: Sie war mit ihren 29 Jahren, ihrer schlanken Figur, den halblangen, blonden Haaren und dem ebenmäßigen Gesicht durchaus attraktiv. Es war auch nicht so, dass es ihr an Angeboten gemangelt hätte, dachte sie, aber sie hatte so gar keine Lust auf diese plumpe Anmache in der Disco oder One-Night-Stands, die ihr keine Befriedigung verschafften. Das war eher etwas für die Kerle. Sie wollte einen Mann, zu dem sie aufsehen konnte, eine innige Liebe, vielleicht Kinder, eine Familie und dann natürlich eine entsprechend lustvolle Sexualität. Wie lange war das eigentlich schon her? Mit einem resignierten Seufzer stellte sie fest: ein gefühltes Jahrzehnt! In der Pause tauschten sich die anderen Frauen manchmal fröhlich über ihre frivolen Abenteuer am Wochenende aus, was sie sich amüsiert anhörte, aber sie ebenso daran erinnerte, dass in ihrem Leben etwas fehlte. 
Martina wandte sich dem nächsten Kunden zu. Manche Gesichter kannte sie schon, viele nicht. Während sie ihr übliches "Guten Tag!" von sich gab und sich dem Scannen widmete, hielt sie plötzlich eine Karte in der Hand. Zur üblichen Bewegung ansetzend, realisierte sie, dass es da nichts zu scannen gab. Dem Kunden einen fragenden Blick zuwerfend, sah sie einen Mann Ende Dreißig im Anzug vor sich stehen, der sie aus braunen Augen warm anlächelte.
Erneut schaute sie auf die Karte: Darf ich Sie zu einem Kaffee nach Ihrer Arbeit einladen?
"Oh", sagte sie überrascht, "äh, das ist sehr nett von Ihnen, aber..."
"Ich bin Daniel, Daniel Lehmann, und ich habe hier schon öfter gestanden. Leider habe ich Ihre Aufmerksamkeit bisher nicht erringen können. Bitte, sagen Sie nicht nein!", bat er so treuherzig, dass sie schließlich lachend zustimmte. Verrückt, aber nett, dachte Martina, ihm nachsehend, nachdem er sich mit ihr am Eingang des Marktes um 17.00 Uhr verabredet hatte.
Als sie nach der Arbeit herauskam und sich suchend umsah, winkte er ihr schon zu. 
Er sah gut aus, dachte sie plötzlich, ihn jetzt genauer betrachtend; schlank, eine stylige Kurzhaarfrisur, dunkles Haar, leichter Bartwuchs. Im dunkelblauen Blazer mit Schal, Jeans und Sneaker mit weißen Sohlen, wirkte er jugendlich und locker. Verschmitzt strahlte er sie an und unwillkürlich lächelte sie zurück. Dieser Daniel könnte mir sogar gefallen, dachte sie spontan.
"Kaffee oder lieber einen Apfelschorle?", fragte er gutgelaunt. 
"Letzteres wäre mir lieber", antwortete sie lachend. Sie machten sich auf den Weg und gingen in eine nahe gelegene Pinte in Sachsenhausen. Martina bestellte sich einen Flammkuchen, einen Salat und eine Schorle. 
"Gute Idee, essen wir was", stimmte er zu.
Es wurde ein gemütlicher Abend. Während er erzählte, dass er Investmentbanker war und in Frankfurt arbeitete, betrachtete sie ihn immer wieder gedankenvoll. Er gefiel ihr sogar ausgesprochen gut, stellte sie fest, angenehm überrascht. Sie unterhielten sich angeregt und später freute sie sich, als er sie fragte, ob sie sich wiedersehen könnten. Am Samstag war Museumsnacht, ob sie dazu Lust hätte?
Die Woche über hielt Martina nach ihm Ausschau, aber er kam nicht mehr vorbei. So ein ungewöhnliches Werben sorgte natürlich in der Pause für Gesprächsstoff. Die anderen Frauen neckten sie damit und sie musste versprechen, am nächsten Montag zu berichten, was sich daraus ergeben hatte.

Und dann war es soweit: Aufgeregt stand sie vor dem Restaurant, in dem sie zunächst noch etwas essen wollten. Als er ihr entgegenkam und sie anlächelte, fühlte sie sich sofort wohl mit ihm. Daniel hatte immer ein paar lustige Sprüche auf Lager, die für Auflockerung sorgten und seine warmen, braunen Augen, die sie gerne lange anschauten, sorgten für mehr als ein Herzklopfen und eine zunehmende Hitze. 
Daniel war ein interessanter Mann, stellte Martina fest, während sie durch die Museen wanderten und er hier und da etwas zu erzählen wusste. 
Wow, sollte da etwa mein Traummann vor mir stehen?, fragte sie sich plötzlich amüsiert. Blödsinn, den kann man sich nur backen, der Haken kommt bestimmt noch!, war der nächste Gedanke. Aber warum denn gleich so negativ, schalt sie sich sofort. 
Und als sie schließlich am frühen Morgen, nach dem letzten Museumsbesuch, auf der Straße standen und sich ansahen, hielt sie den Atem an. Fast magisch angezogen von seinem Blick, schien sie sich unmerklich auf ihn zuzubewegen und schon beugte Daniel sich zu ihr, sie weich und sanft küssend. 
Mmmh ... das schmeckte nach mehr, dachte Martina sofort sehnsüchtig. Selbstvergessen standen sie ineinander versunken, während sie hingebungsvoll seine Küsse erwiderte.
"Hey", meinte Daniel plötzlich, während er sie ansah und ihr zärtlich über die Wange strich, "zu mir oder zu dir?"
Martina strahlte: "Wer von uns wohnt denn am nächsten?"
"Das bin bestimmt ich", erwiderte er lächelnd, den Arm jetzt um ihre Hüfte legend. Zusammen wanderten sie durch die Nacht, lachten zusammen und rannten die letzten Meter, während er sie an der Hand hinter sich her zog. Im Aufzug fuhren sie hinauf, bis sie vor der Tür seiner 3-Zimmer-Wohnung standen. Im Wohnzimmer wartete sie auf der Ledercouch auf ihn, während er für sie beide eine Apfelschorle aus der Küche holte. Schließlich erschien Daniel und stellte beide Gläser auf den Glastisch. Nachdem sie getrunken hatten, ließen sie sich in die Kissen sinken, um sich kurz darauf hungrig zu küssen. Erhitzt lehnte er sich irgendwann zurück. "Du bist so unglaublich anziehend, Martina, lange halte ich es nicht mehr aus", meinte er, sie abwartend ansehend. 
"Ich glaube, das will ich auch gar nicht", erwiderte sie leise und beugte sich verlangend zu ihm. 
"Komm, im Bett ist es bequemer", sagte Daniel entschlossen, nahm ihre Hand und führte sie nach nebenan. Neben seinem Bett stehend, begann er sie zu küssen und mit den Händen unter ihr T-Shirt zu gleiten, während sie dasselbe bei ihm tat. 
Mmmh, dachte Martina, ich schmelze dahin! Seine Wärme, seine Haut ... jeder Zentimeter steigerte ihren Wunsch, mehr von ihm zu erfühlen. Mutiger werdend, landeten seine Hände auf ihren Brüsten, während sie in seine Hose schlüpfte und seine festen Pobacken genussvoll umfasste. Plötzlich mussten sie beide lachen. 
"Gut", meinte Daniel fröhlich, "wie wäre es, wenn wir uns jetzt ausziehen?" 
Ausgelassen warfen sie ihre Sachen im Zimmer umher und krabbelten ins Bett. Seine Arme ausbreitend, warf sie sich stürmisch hinein, während er sie auffing. Sich umarmend wandelte sich die Stimmung jedoch schnell und ein Feuer loderte empor, dem Martina nicht widerstehen konnte ... und auch nicht wollte. Wie und wo ihn zuerst genießen, fragte sie sich atemlos und es gab nur ein Antwort: Am liebsten gleichzeitig und überall! Und ihm schien es genauso zu gehen, denn seine Hände wanderten verlangend über ihren Körper, versenkten sich in ihren weichen Brüsten, liebkosten ihr Gesicht, während er sie leidenschaftlich küsste. Sie genoss seinen festen Körper, seine Wärme, den Geruch seiner Haut; sich auf ihn legend rollten sie quer über das Bett und erkundeten sich aufgewühlt. Bis seine Hand nach unten wanderte und die ihre auf seinem Penis landete. 
Er fühlte sich stark und gut an, dachte Martina aufgeregt und spürte, wie feucht sie bereits war. Und schon ergründete eine Hand ihre Weiblichkeit und ließ sie aufstöhnen, bis sie ihn ungeduldig auf sich zog, um ihn in sich aufzunehmen. Genussvoll tauchte er langsam in sie ein, während ihr unzählige Schauer über den Körper liefen. Ja, er fühlte sich unglaublich gut in ihr an, dachte sie dahin schmelzend. Daniel steigerte lustvoll seinen Rhythmus, ihr kleine Schreie entlockend. Aber unvermutet zog er sich aus ihr zurück und legte sich heftig atmend neben sie. "
Was ist denn?", fragte sie enttäuscht.
"Nicht so schnell", meinte er lächelnd, ihr verspielt durch die Haare streichend, "wir haben Zeit. Ich will keinen Quickie mit dir."
Wow, dachte Martina noch, ihn überrascht ansehend, und als er auch noch begann, sie nach allen Regeln der Kunst zu verwöhnen, hörten alle Gedanken auf.

Im Morgengrauen wurde Daniel wach. Hinter ihr liegend, hatte er im Schlaf den Arm um sie gelegt. Sich jetzt auf den Ellbogen aufstützend, betrachtete er sie sinnend. Martina war ihm von Anfang an ins Auge gefallen; sie war anders als die sonst an der Kasse sitzenden Damen. Irgendwie hatte sie ihn interessiert. Eine hübsche junge Frau, die eine Frische und Wachheit ausstrahlte und etwas zu bieten hatte. Warum sie wohl dort gelandet war, hatte er sich mehr als einmal gefragt. So jemand wie sie hätte doch bestimmt einen besseren Job haben können. Ein paarmal zufällig an ihrer Kasse gelandet, begann er, wenn er im Markt war, nach ihr Ausschau zu halten. Er ertappte sich dabei, dass er überlegte, ob sie wohl einen Freund hatte; in jedem Fall sah er keinen Ring am Finger. Irgendwann entschied er dann, es einfach mal zu versuchen und sie einzuladen. Anders bekam er sie nicht aus dem Kopf. Entweder man konnte die Sache abhaken oder es wurde mehr daraus. Wer wusste das schon? Seiner Einschätzung nach war sie nicht der Typ Frau, die auf eine platte Anmache reagieren würde, also dachte er sich etwas aus. Und es hatte funktioniert. 
Beim gemeinsamen Flammkuchen war ihm schon bald klar geworden, dass er sie wiedersehen wollte. Was sie von ihren beruflichen Ambitionen erzählt hatte, war ungewöhnlich und interessant. Blonde Haare, strahlende, blaue Augen, etwas ernst vielleicht, aber offen für einen Schabernack. Und eine tolle Figur, hatte er gedacht, während er ihr hinterher sah, als sie auf das stille Örtchen ging ... wie sie wohl nackt aussah? Ein zufriedenes Lächeln erschien auf seinem Gesicht: Das wusste er jetzt und es war schön gewesen. Seine letzte, feste Beziehung war mittlerweile einige Zeit her und, bis auf ein paar Gelegenheiten, in denen er sich mal ausgetobt hatte, war da nichts. Irgendwann mal Frau und Kind... aber das musste sich auch ergeben. Allerdings war ihm klar, dass ihm jetzt, mit 39 Jahren, dafür nicht mehr allzu lange Zeit blieb. Denn ein Kind, das Opa zu ihm sagte ... nein, das war nicht sein Traum. 
Die Museumsnacht mit ihr war wunderbar gewesen. Martina war eine aufgeweckte, attraktive und interessante Frau und er spürte, dass mit ihr viel möglich war. Vielleicht sogar die Frau fürs Leben?

Martina regte sich jetzt und drehte sich zu ihm. Daniel beugte sich zu ihr und flüsterte ihr ins Ohr, kleine, heiße Küsse auf dem Hals verteilend: "Guten Morgen meine Schöne."
"Mmmh", schnurrte sie, sich reckend, "es war wunderbar mit dir." 
Sie wandte sich ihm ganz zu und zog ihn zu sich, um ihn ebenfalls zu küssen und mit ihren Händen über seinen Körper zu wandern. 
"Ich mag es, so aufzuwachen", sagte sie in einer Atempause und sah ihn an. Daniel lächelte und strich Martina zärtlich durch die Haare, während die Lust langsam erwachte, und sagte: "Dann sollten wir das noch öfter tun."

Kapitel 2 Beziehungsalltag

Kapitel 3 Die Unterwerfung

Kapitel 4 Verwirrung

Kapitel 5 Eine andere Welt

Kapitel 6 Nachwehen

Kapitel 7 Annika

Kapitel 8 Neuland

Kapitel 9 Jan

Kapitel 10 Daniel