Sterben für die Unsterblichkeit?

16.06.2019

MSN News , von Annika Hompf, 16. Juni 2019

Viele Menschen träumen davon ewig zu leben. Nie war dieses Ziel so greifbar wie heute. Die Forschung der Körperkonservierung läuft auf Hochtouren. Doch das Verfahren hat einen entscheidenden Haken. Schon die alten Ägypter konservierten die Leichen ihrer Toten. Heute bewahrt man einen toten Körper nicht mehr durch Einbalsamieren vor der Verwesung, man friert ihn ein. Vor allem in Amerika entscheiden sich dafür immer mehr Menschen. Billig ist dies nicht: 200.000 Dollar kostet das Einfrieren des ganzen Körpers und 80.000 Dollar zahlt man nur für das Gehirn.
Doch die Methoden der Körperkonservierung sind nicht nur ethnisch sehr umstritten, sondern besitzt auch einen Fehler. Was bringt es uns den Körper zu erhalten, wenn doch unser wahres "Ich", unsere Personalität und Denkweise verloren geht?

Sterben für das "Ich"

Dieses Problem möchte das Start-Up "Nectome" lösen. Die Gründer wollen den Verstand Verstorbener in der Zukunft digitalisieren. Ihre Methode beruht auf der Hypothese, dass sich unser "Ich" in sogenannten Konnektomen, dünnen Verbindungen zwischen den Nervenzellen, verbirgt. Doch auch ihre Methode hat einen großen Haken: Um diese empfindlichen Verbindungen zu erhalten, muss das lebendige Gehirn einer speziellen Behandlung unterzogen werden, bei der der Mensch stirbt.

Der narkotisierte Patient wird dabei an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen und mit Chemikalien vollgepumpt, die das Gehirn in seinem aktuellen Zustand erhalten. Danach wird das Gehirn auf minus 122 Grad eingefroren.
So verbleibt es, bis die Menschen fortschrittlich genug sind, um den Charakter wieder zu erwecken - entweder in digitaler Form (hochgeladen in einen Computer) oder in den alten bzw. neuen Körper. Für 8.000 Euro kann man sich als potentieller Proband anmelden.
25 Menschen haben dies bereits getan.

Quelle Artikel: Microsoft News
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/wissenundtechnik/sterben-f%C3%BCr-die-unsterblichkeit/ar-AACSY3E

Quelle Bild: Pixabay